Gesundes und nachhaltiges Schulessen geht nur gemeinsam

Am 30. September lud der der Ernährungsrat Dresden und Region ein zu dem Werkstattgespräch „Gesund wachsen – Was macht gesundes und nachhaltiges Schulessen in Dresden und der Region aus?“. Im St. Pauli Salon kamen daraufhin vier Expert/innen zusammen, um über Bedingungen und Möglichkeiten einer gesunden und nachhaltigen Schulverpflegung für Dresden und die Region zu sprechen. Der Ernährungsrat versteht dabei unter „gesund“ möglichst ausgewogene, abwechslungsreiche und schonend verarbeitete sowie unter „nachhaltig“ möglichst regionale, saisonale, pestizidfreie und fleischreduzierte Kost. Außerdem wollten wir auch Bestrebungen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen und Verpackungsmüll ansprechen. Die Moderatorin Julia Leuterer diskutierte dabei mit

Zuerst sprach Manuela Sorg über die DGE-Qualitätsstandards als grundlegende Richtlinie für ein ausgewogenes und abwechslungsreiches Essen in der Verpflegung in Kitas und Schulen, bei dem auch Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt werden sollen. Danach haben wir uns die Praxis in den Schulen aus Sicht der Caterer angesehen.

Wie auch die Fragestellungen vielschichtig waren, so waren es auch die Antworten. Als Gelingensfaktoren für eine gesunde und nachhaltige Schulessenversorgung waren dabei vor allem wichtig:

  • Regelmäßige Gespräche zwischen Caterer, Schulleitung, Schüler- und Elternvertretern, um über die Qualität des Schulessens und die Abläufe frühzeitig beraten zu können, bevor es zu Abmeldungen vom Schulessen und dem Wunsch nach einem Anbieterwechsel kommt. Das bildet die Basis für langjährige, vertrauensvolle Partnerschaften zwischen der Schule, der Schüler- und Elternschaft und dem Catering-Unternehmen.
  • Aufklärung zur Entstehung der Essenspreise vor allem für die Eltern. Vielen ist nicht bekannt, dass der Preis für das Schulessen neben den Kosten für Zutaten und Köch/innen auch die gesamte Küchenausstattung, Personalkosten, Transport und Nebenkosten beinhaltet. Die Caterer wünschen sich daher die Übernahme der Medienkosten durch das Land oder die Kommune, um den finanziellen Fokus noch mehr auf hochwertige Zutaten, schonende Zubereitung und kompetentes Personal legen zu können. Auch zur Verarbeitung, Saisonalität und der Vielfalt von Lebensmitteln müssten im besten Fall Schüler/innen und Eltern gemeinsam praktische Lernangebote erhalten.
  • Genug Platz für die Schüler/innen zum Essen und damit auch genug Zeit. In manchen Schulen gibt es etwas über 100 Plätze aber 800 Schüler/innen, die in der Mittagszeit ihr Essen haben wollen. Das führt z.T. dazu, dass der/die einzelne Schüler/in lediglich 15 min Zeit zum Essen hat, bevor der Tisch für die nächsten Esser geräumt werden muss. Die DGE schlägt dahingegen eine Essenspause von 60 min vor. Hier liegen Ideal und Wirklichkeit weit auseinander. Mit mehr Zeit könnte auf individuelle Wünsche der Schüler/innen eingegangen und mehr zu dem Essen erklärt werden (Ernährungsbildung). So könnte auch mal eine Neuigkeit auf dem persönlichen Speiseplan in Ruhe kennengelernt werden.
  • Förderung von regionalem Anbau von Lebensmitteln vor Energiepflanzen und mehr regionale Verarbeitung von Produkten. Derzeit kann der Bedarf der Gemeinschaftsverpflegung an regionalen Produkten wie z.B. Möhren nur für eine gewisse Zeit gedeckt werden, bevor auf andere Zulieferer aus Sachsen oder bundesweit zurückgegriffen werden muss.  
Eine mögliche Form der Essenausgabe: Die Hauptzutat des Essens wird vorbestellt und das Kind wählt selbstständig Beilagen. Foto: DLS GmbH

Wir werden die Anregungen aus Sicht der Catering-Anbieter mit in die Arbeit des Ernährungsrates Dresden und Region integrieren und haben zusammen mit dem Publikum viel gelernt an diesem Abend!

Herzlichen Dank an die Catering-Unternehmen für Ihre Teilnahme und Offenheit und an Manuela Sorg für ihren Überblick über die Landschaft des Schulessens in Sachsen!