Zwischen Gartencafé und KI: Den eigenen Betrieb mit neuen Augen sehen
Beim dritten KitchenTalk in der Alten Gärtnerei in Pieschen ging es um Sichtbarkeit, KI und aktuelle Fördermöglichkeiten für regionale Betriebe. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie gute Produkte, besondere Orte und spannende Angebote online besser gefunden, kommuniziert und organisiert werden können und dabei authentisch bleiben.
Lesezeit ca. < 1 Min.Am 1. September fand der dritte KitchenTalk 2026 der Bio-Regio-Modellregion Oberes Elbland in der Alten Gärtnerei in Pieschen statt. Hier, wo Nachbarschaft, Essbare Stadt, Gartenbau, Lebensmittelverarbeitung, Kulinarik und diverse Veranstaltungen zusammenkommen, ging es diesmal um die Frage, wie regionale Betriebe ihre eigenen Orte, Produkte und Angebote besser sichtbar machen können.
Denn viele Betriebe entlang der regionalen Wertschöpfungskette haben genau das: großartige Produkte, besondere Geschichten, schöne Orte und gute Ideen. Was oft fehlt, ist nicht das Angebot selbst, sondern die Sichtbarkeit dafür. Wer online nicht gefunden wird – zunehmend auch nicht von KI- oder TikTok-Suchen der neuen Generation – läuft Gefahr, trotz hoher Qualität und viel Engagement unsichtbar zu bleiben. Mit wirtschaftlichen Folgen.
Ein wichtiger Teil des KitchenTalks war der Blick auf Fördermöglichkeiten. Vorgestellt wurde unter anderem die BAFA-Beratungsförderung für kleine und mittlere Unternehmen, über die Beratungsleistungen anteilig gefördert werden können. Für Betriebsstätten in Dresden und der Region liegt der Fördersatz bei 80 Prozent der förderfähigen Beratungskosten, maximal jedoch bei 2.800 Euro netto Zuschuss pro Beratung. Die aktuelle Richtlinie läuft bis zum 31. Dezember 2026. Innerhalb der Richtliniendauer sind mehrere Beratungen möglich, jedoch maximal zwei pro Jahr und höchstens fünf insgesamt. Ein guter Zeitpunkt also, sich damit auseinanderzusetzen – auch weil noch nicht absehbar ist, ob und in welcher Höhe die Förderung ab 2027 fortgesetzt wird.
Auch weitere Förderwege kamen zur Sprache: Hervorgehoben wurde die Maßnahme „KI Prompt Engineering“ über die Arbeitsagentur mit Zugang zu ChatGPT Pro und Canva Enterprise als sinnvolle, berufsbegleitende Mitarbeiter:innen-Weiterbildung. Aktuell mit Antragsstopp, aber weiterhin interessant, sind der Digitalisierungszuschuss der SAB sowie das Innovationsprogramm. Deutlich wurde: Bei Förderprogrammen lohnt sich ein genauer und aktueller Blick auf Fristen, Förderhöhen und Zugänge.
Im Gespräch miteinander wurde deutlich: Der Einsatz von KI und SEO ist für viele Betriebe kein abstraktes Zukunftsthema mehr, sondern berührt ganz praktische Fragen. Wie wird unser Hofladen online gefunden? Wie lassen sich unsere Veranstaltungen Veranstaltungen einfacher ankündigen und buchen? Wie können unsere Räume, Workshops oder saisonale Angebote besser kommuniziert werden? Und wie bleibt unser Betrieb dabei authentisch, datenschutzkonform und zur eigenen Arbeitsweise passend?
Denn Sichtbarkeit bedeutet nicht nur Reichweite. Sichtbarkeit bedeutet auch, dass die Geschichten, Qualitäten und Besonderheiten regionaler Produkte besser erzählt werden können. Sie kann helfen, passende Kund:innen, Gäste und Teilnehmende zu erreichen. Und sie sichert wirtschaftliche Tragfähigkeit auch über den Mund-zu-Mund-Radius hinaus.
Eine zentrale Quintessenz des Vormittags war: Bewusst ausgewählte KI-Werkzeuge können Betriebe dabei unterstützen, ihre eigenen Prozesse zu reflektieren und gezielt dort zu entlasten, wo Aufgaben wiederkehrend, zeitaufwendig oder bisher schwer zu bewältigen sind.
Der KitchenTalk endete mit einem ehrlichen Blick auf die aktuellen Websites der anwesenden Betriebe, passenden Verbesserungsvorschlägen und einem duftenden Mittagessen aus Erzeugnissen der Alten Gärtnerei.
Weiter geht es in der Reihe mit dem vierten KitchenTalk bei den Gohliser Höfen. Hier der Link zum nächsten KitchenTalk.


