Am 5. Oktober fand der fünfte KitchenTalk 2026 der BioRegio-Modellregion Oberes Elbland in der Biokonditorei & Bäckerei Bucheckchen statt. Unter dem Thema „Regionale Rohstoffe im Lebensmittelhandwerk“ ging es diesmal um Mehl, Brot und Backwaren – also um alltägliche Lebensmittel, an denen besonders gut sichtbar wird, wie eng Erzeugung, Verarbeitung und Gastronomie miteinander verbunden sind.
Unser erfahrener Gastgeber und Geschäftsführer Thomas Heller gab den acht Teilnehmende aus Produktion und Gastronomie zunächst einen anschaulichen Einblick in die frisch duftende und handwerkliche Arbeit der Bäckerei und Konditorei.
Die Führung begann in der Backstube im Keller, wo Sauerteigbrote mit langer Teigführung entstehen. Gerade wurden Kekse hergestellt, während zugleich der Blick auf die bevorstehende Stollenzeit fiel: Die Rumrosinen standen bereits bereit und warteten darauf, bald verbacken zu werden. Sichtbar wurde dabei, wie viel Zeit, Erfahrung und Gespür im handwerklichen Backen stecken und welche Bedeutung die Qualität des Mehls für das Ergebnis hat.
Weiter ging es in die Konditorei im Obergeschoß, wo neben Kuchen und Gebäck auch Hochzeitstorten in Handarbeit entstehen. In den Sommermonaten ergänzt selbstgemachtes Eis das Angebot, also gerade dann, wenn das klassische Geschäft mit Torten und Backwaren etwas ruhiger wird. Auch hier wurde deutlich, wie flexibel sich ein handwerklicher Betrieb auf Jahreszeiten, Nachfrage und Kund:innenwünsche einstellen muss.
Interessant war außerdem, dass die Bäckerei ein sehr breites Spektrum an Produkten und Geschäftsfeldern aufrecht erhält. So wird z.b. auch ein Keto-Brot in geringen Stückzahlen mit Lupinenmehl hergestellt und so versucht, die Fühler in eventuelle zukünftig größere Geschäftsfelder auszudehnen, auch wenn es aktuell wirtschaftlich noch keinen Sinn ergibt.
Die anschließende Vorstellungsrunde bei süßen und herzhaften Kostproben ging schnell in einen fachlichen Austausch über. Im Mittelpunkt standen Fragen zu den Backeigenschaften regionaler Mehlsorten, zur Verfügbarkeit geeigneter Qualitäten und zu fast vergessenen Getreidesorten wie Emmer und Goldweizen, die inzwischen wieder angebaut werden. Auch die Frage, wie verlässlich sich Bedarfe planen lassen, wurde diskutiert, insbesondere mit Blick darauf, dass sich das Geschäft etwa in der Gastronomie seit der Pandemie weniger vorhersehbar gestaltet.
Deutlich wurde: Mehle sind nicht einfach austauschbare Rohstoffe. Für das Backhandwerk zählen Proteinqualität, Klebereigenschaften, Verarbeitungssicherheit sowie -einfachheit und Geschmack. Für Erzeugung und Mühlen wiederum ist wichtig zu wissen, welche Mengen, Qualitäten und Sorten im Handwerk und in der Gastronomie tatsächlich gebraucht werden. Genau an dieser Schnittstelle entstehen die Fragen, die die KitchenTalks sichtbar machen wollen: Wer produziert was? Wer verarbeitet welche Qualitäten? Und wie können regionale Rohstoffe so eingesetzt werden, dass sie für alle Beteiligten praktikabel sind? Welche Kuchen halten sich eigentlich wieso wie lange in der Vitrine der Gastro und haben deswegen weniger Verlust – wirtschaftlich sowie ressourcentechnisch.
Besonders schön endete der Vormittag mit einer konkreten Verabredung zu einem Versuch: Kann ein regionales Mehl, das aufgrund seines hohen Proteingehalts als „Stollenmehl“ bezeichnet wird, auch eine gute Grundlage für Pizza sein? Diese Frage wollen die Rolle Mühle und das Otto im Geh8 nun praktisch erproben.
Zwischen Backstube, Konditorei, Mühle, Gastronomie und Erzeugung wurde deutlich: Mehr regionale Rohstoffe im Lebensmittelhandwerk brauchen nicht nur gute Produkte, sondern auch Vertrauen, Fachwissen, Experimentierfreude und die Bereitschaft, gemeinsam auszuprobieren, was möglich ist.
Weiter geht es in der Reihe mit dem sechsten KitchenTalk am 9. November bei Schmidt’s Restaurant & Catering zum Thema kreative Menü- und Produktentwicklung.



Bei sonnigem Wetter und frischen Temperaturen trafen wir uns am 15. September zum vierten KitchenTalk bei den Gohliser Höfen am westlichen Rand von Dresden. Das Team der Solawi Gohliser Höfe – unter anderem Jonas Grosche, Jens Günther und Julia Mertens – führte uns über die Betriebe von Ökofranz und dem Biogemüse Hof Gohlis. Wir besichtigten den Hofladen von Ökofranz sowie die Gewächshäuser, Gartenbauflächen, Lager- und Kühlflächen des Biogemüse Hofs Gohlis.
Die beiden Höfe befinden sich aktuell in der Findungsphase zur Gründung einer neuen Solidarischen Landwirtschaft. Diese soll zunächst als Teil-Solawi starten: Ein Teil der Produktion soll künftig solidarisch getragen und verteilt werden, während bestehende Absatzwege – etwa an die Verbrauchergemeinschaft Dresden, Vorwerk Podemus sowie über die Direktvermarktung – weiterhin bestehen bleiben.
Angedacht sind zu Beginn 50 Ernteanteile. Wie genau die Ernte unter diesen Anteilen verteilt wird, befindet sich aktuell noch in der Aushandlung. Besonders an dieser Solawi ist die breite Produktpalette: Neben frischem Gemüse sollen auch Kartoffeln, Kürbisse, bunte Beten, Ölsaaten und Hülsenfrüchte sowie verarbeitete Produkte aus hofeigenen Rohstoffen Teil der Ernteanteile werden.
Denkbar sind zum Beispiel Nudeln aus Dinkel von Ökofranz, Leinöl aus eigenem Leinsamen, Rote-Bete-Aufstrich aus den Beten von Ökofranz sowie Brot, das mit Mehl von Ökofranz durch eine lokale Bäckerei gebacken wird. Auch Obst soll Teil der Solawi werden: Das Obst von Streuobstwiesen der Betriebe und von Privatpersonen in Gohlis soll mit verteilt oder zu Saft gepresst und in dieser haltbaren Form an die Ernteteiler:innen weitergegeben werden.
Bewusst aus der Solawi-Planung herausgenommen werden zunächst einige Produkte: Der grüne Spargel vom Biogemüse Hof Gohlis und die Produkte aus der Mutterkuhhaltung von Ökofranz werden weiterhin an bestehende Abnehmer:innen vertrieben sowie direkt vermarktet. Die Solawi startet damit zunächst mit einer veganen Produktpalette; Änderungen in Zukunft sind jedoch möglich.
Aktuell ist die Solawi in Gründung noch auf der Suche nach den ersten 50 Menschen, die sich einen Ernteanteil sichern möchten – Privatpersonen ebenso wie Betriebe. Beim Rundgang war leider kein Gastronomiebetrieb anwesend, sodass wir mögliche Kooperationen zwischen der Solawi und der Gastronomie noch nicht konkret besprechen konnten. Die nächste Gelegenheit zum Kennenlernen gibt es am 25. September bei der Veranstaltung „Essen verbindet“ im Rahmen des Dear Future Festivals.
Sichtbar wurde auf jeden Fall die bereits bestehende Vernetzung der landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Betriebe mit lebensmittelverarbeitenden Mühlen, Bäckereien, Fleischereien und Ölmühlen in der Region. Ebenso wurde deutlich, wie sehr sich einzelne Betriebe bereits heute untereinander aushelfen, beraten und miteinander kooperieren.
Der nächste KitchenTalk beschäftigt sich mit dem Thema regionale Mehle und findet am 5. Oktober in der Biobäckerei und Konditorei Bucheckchen statt. Hier geht es zur Anmeldung.









Am 1. September fand der dritte KitchenTalk 2026 der Bio-Regio-Modellregion Oberes Elbland in der Alten Gärtnerei in Pieschen statt. Hier, wo Nachbarschaft, Essbare Stadt, Gartenbau, Lebensmittelverarbeitung, Kulinarik und diverse Veranstaltungen zusammenkommen, ging es diesmal um die Frage, wie regionale Betriebe ihre eigenen Orte, Produkte und Angebote besser sichtbar machen können.
Denn viele Betriebe entlang der regionalen Wertschöpfungskette haben genau das: großartige Produkte, besondere Geschichten, schöne Orte und gute Ideen. Was oft fehlt, ist nicht das Angebot selbst, sondern die Sichtbarkeit dafür. Wer online nicht gefunden wird – zunehmend auch nicht von KI- oder TikTok-Suchen der neuen Generation – läuft Gefahr, trotz hoher Qualität und viel Engagement unsichtbar zu bleiben. Mit wirtschaftlichen Folgen.
Ein wichtiger Teil des KitchenTalks war der Blick auf Fördermöglichkeiten. Vorgestellt wurde unter anderem die BAFA-Beratungsförderung für kleine und mittlere Unternehmen, über die Beratungsleistungen anteilig gefördert werden können. Für Betriebsstätten in Dresden und der Region liegt der Fördersatz bei 80 Prozent der förderfähigen Beratungskosten, maximal jedoch bei 2.800 Euro netto Zuschuss pro Beratung. Die aktuelle Richtlinie läuft bis zum 31. Dezember 2026. Innerhalb der Richtliniendauer sind mehrere Beratungen möglich, jedoch maximal zwei pro Jahr und höchstens fünf insgesamt. Ein guter Zeitpunkt also, sich damit auseinanderzusetzen – auch weil noch nicht absehbar ist, ob und in welcher Höhe die Förderung ab 2027 fortgesetzt wird.
Auch weitere Förderwege kamen zur Sprache: Hervorgehoben wurde die Maßnahme „KI Prompt Engineering“ über die Arbeitsagentur mit Zugang zu ChatGPT Pro und Canva Enterprise als sinnvolle, berufsbegleitende Mitarbeiter:innen-Weiterbildung. Aktuell mit Antragsstopp, aber weiterhin interessant, sind der Digitalisierungszuschuss der SAB sowie das Innovationsprogramm. Deutlich wurde: Bei Förderprogrammen lohnt sich ein genauer und aktueller Blick auf Fristen, Förderhöhen und Zugänge.
Im Gespräch miteinander wurde deutlich: Der Einsatz von KI und SEO ist für viele Betriebe kein abstraktes Zukunftsthema mehr, sondern berührt ganz praktische Fragen. Wie wird unser Hofladen online gefunden? Wie lassen sich unsere Veranstaltungen Veranstaltungen einfacher ankündigen und buchen? Wie können unsere Räume, Workshops oder saisonale Angebote besser kommuniziert werden? Und wie bleibt unser Betrieb dabei authentisch, datenschutzkonform und zur eigenen Arbeitsweise passend?
Denn Sichtbarkeit bedeutet nicht nur Reichweite. Sichtbarkeit bedeutet auch, dass die Geschichten, Qualitäten und Besonderheiten regionaler Produkte besser erzählt werden können. Sie kann helfen, passende Kund:innen, Gäste und Teilnehmende zu erreichen. Und sie sichert wirtschaftliche Tragfähigkeit auch über den Mund-zu-Mund-Radius hinaus.
Eine zentrale Quintessenz des Vormittags war: Bewusst ausgewählte KI-Werkzeuge können Betriebe dabei unterstützen, ihre eigenen Prozesse zu reflektieren und gezielt dort zu entlasten, wo Aufgaben wiederkehrend, zeitaufwendig oder bisher schwer zu bewältigen sind.
Der KitchenTalk endete mit einem ehrlichen Blick auf die aktuellen Websites der anwesenden Betriebe, passenden Verbesserungsvorschlägen und einem duftenden Mittagessen aus Erzeugnissen der Alten Gärtnerei.
Weiter geht es in der Reihe mit dem vierten KitchenTalk bei den Gohliser Höfen. Hier der Link zum nächsten KitchenTalk.



Am ersten – endlich regenreichen – Tag nach den Sommerferien fand der zweite KitchenTalk 2026 im Rahmen der BioRegio-Modellregion Oberes Elbland statt. Unter dem Titel „Was wächst wann und wie viel?“ trafen wir uns auf dem regensicheren Sonnendeck des Hofcafés von Hof Mahlitzsch bei Nossen. Wir wurden von Ludwig Krug (Strategie), Christian Frenzel (Gartenbau), Philipp Elger (B2B-Vertrieb) und Elke Schwab (Hofcafé) mit Kaffee und Schnittchen begrüßt.
Nach einer Vorstellungsrunde lernten wir anhand genau dieser Schnittchen die breite Produkt- und Produktionspalette des Hofes kennen: Brot aus eigenem Getreide und der eigenen Bäckerei, Frischkäse von den eigenen Weidekühen und aus der eigenen Molkerei sowie Tomaten, Gurken, Paprika und Kräuter aus dem eigenen Gartenbau. Dazu kommen ein Hofladen, die hofeigene Fleisch- und Wurstverarbeitung sowie die Ökokisten auf Online-Bestellung, von denen wöchentlich über tausend Kisten den Hof verlassen und im Großraum Dresden ausgeliefert werden.
Bei einem ausgedehnten Hofrundgang erhielten wir anschauliche Einblicke in die verschiedenen Betriebsbereiche: die Weidehaltung der knapp 80 Zweinutzungsrinder, die Teilnahme an der bundesweiten Initiative „Schlachtung mit Achtung“, den Ackerbau mit verschiedenen Getreidearten und Wurzelgemüse mit Schwerpunkt Kartoffeln. Hier investierte der Hof kürzlich in drei neue Kühllager, um die Lagerfähigkeit deutlich zu verlängern. Außerdem wird aktuell geprüft, wie vor allem Kartoffeln und Möhren durch Vorverarbeitung – etwa geschält, roh oder gewürfelt – für Gastronomie und Außer-Haus-Verpflegung interessanter werden könnten.
Wir besuchten die Gewächshäuser für Gurken, Tomaten, Paprika und Auberginen und sprachen über die 11 Hektar Freifläche für den Gemüseanbau in weiter Fruchtfolge. Sichtbar wurde dabei auch, wie eng Erzeugung, Direktvermarktung und Verarbeitung auf Hof Mahlitzsch miteinander verbunden sind – vom Hofladen über die Ökokisten bis hin zur Hofbäckerei, Hoffleischerei und dem Hofcafé.
Darüber hinaus tauschten sich die teilnehmenden Gastronom:innen, Erzeuger:innen und Vertreter:innen der Stadtverwaltung darüber aus, was es braucht, damit mehr regionale Produkte auf den Tellern von Restaurant- oder Marktbesucher:innen landen. Besonders deutlich wurde dabei das Spannungsfeld zwischen Planbarkeit und Sicherheit auf der einen Seite sowie Flexibilität und kurzfristig möglichen Absprachen auf der anderen Seite.
Denn Lebensmittelerzeuger:innen wissen zu Beginn des Sommers nicht immer, ob ihnen zum Beispiel der Salat wie in diesem Jahr trotz Bewässerung schlicht verdorrt – und dann einfach nicht geliefert werden kann. Gastronom:innen wiederum müssen ihren Gästen spätestens einen Monat vor einer geplanten Veranstaltung sagen können, was auf dem Buffet stehen wird. Wie kann Menüplanung also flexibel bleiben und gleichzeitig konkret und verbindlich genug sein, um auf regionale Verfügbarkeit sowie saisonale und klimatische Schwankungen reagieren zu können? Könnte die Anbauplanung für die nächste Saison bereits mit den abnehmenden Gastronomiebetrieben abgestimmt werden? Und wie können Absprachen zwischen Erzeugung und Gastronomie vertrauensbasiert und auf kurzem Wege funktionieren?
Eines wurde an diesem Vormittag besonders deutlich: Für alle Akteur:innen entlang der regionalen Wertschöpfungskette bedeutet mehr Regionalität auch, die eigenen bisherigen Beschaffungs- und Vermarktungsprozesse bewusst zu hinterfragen. Denn der Einkauf über den Großhandel und die gewohnte ganzjährige Verfügbarkeit vieler Produkte laufen häufig auf Autopilot. Gleichzeitig stellt sich auch für Erzeuger:innen immer wieder neu die Frage: Was wächst wann und wie viel – und für wen genau?
Ein spannender Prozess des Aufeinanderzubewegens.
Weiter geht es in der Reihe bereits am 01. September mit dem KitchenTalk „Sichtbar sein – KI und Förderung jetzt nutzen“ in der Alten Gärtnerei in Pieschen. Hier der Link zum nächsten KitchenTalk.












Was mache ich eigentlich am besten mit meinem Biomüll oder meinen Gartenabfällen? Worauf sollte ich achten, wenn ich kompostiere? Woher weiß ich, was mein Boden braucht?
Diese Fragen stellen sich die Teilnehmenden gemeinsam mit Ludwig und Manuela auf dem Wandelgrund bei unserem Workshop “Lebendiger Boden”. Wir schreiten dabei über das Gelände des Wandelgrunds und nehmen Komposthaufen auseinander, lernen über Hühner und Schafe und entnehmen und analysieren Bodenproben an verschiedenen Stellen. Am Ende des Workshops widmen wir uns praktischen Helferchen für einen fluffigen Boden: Würmern.



Der Wandelgrund ist ein Ort, an dem Begegung und Neues entsteht. Hier wird experimentiert und Mensch und Tier sollen sich wohl fühlen. Dort leben, werkeln und probieren sich Ludwig und seine Familie und Freunde aus und andere Menschen, die den Ort dafür nutzen Perspektiven zu erweitern und entstehen zu lassen. So zum Beispiel auch Manuela von Stadtwurm, die dort ihre Kompostwürmer hat einziehen lassen.



Der Wandelgrund lebt nach dem Prinzip der regnerativen Landwirtschaft. Das bedeutet mehr als nachhaltiges wirtschaften – hier geht es um Bodenwiederaufbau und Kreislaufwirtschaft. Kompost macht dabei einen essentiellen Teil als Lieferant für Nährstoffe, Mineralstoffe und Humus aus. Bei unserem Workshop lernen die Teilnehmenden die Wichtigigkeit von Temperatur, Feuchtigkeit und Zusammensetzung sowie das Verhältnis von Stickstoff und Kohlenstoff im Kompost. Dabei wurden die unterschiedlichen Arten wie Heißrotte oder reduktives Kompostierung besprochen und erläutert.



Ganz praktisch sehen und erfahren wir, was Boden und Kompost ausmacht und das ein lebendiger Boden ein immerwährender Prozess ist. Während Ludwig und Manuela voller Begeisterung ihr profundes Wissen teilen wird auch klar, dass die Realität manchmal ein wenig von der Idealvorstellung abweichen kann und Geduld und Muße wichtige Begleiter sind. Wir nehmen mit: Schritt für Schritt. Anfangen lohnt sich. Beobachten. Experimentieren. Gemeinsam lernen.
Möchtest Du mehr über den Wandelgrund erfahren schaue hier vorbei: https://wandelgrund.org/. Hier gibt es auch Workshops zu anderen interessanten Themen.
Dein Interesse für Kompostwürmer wurde geweckt ? Schaue mal bei Stadtwurm vorbei!
Der Ernährungsrat und das Gartennetzwerk freuen uns auf die nächsten Workshops mit Euch– das volle Programm seht ihr hier. Im nächsten Workshop dreht sich alles ums Thema Wasser! Verpasse nicht deine Chance am 17. Mai. Um Anmeldung wird gebeten unter: kontakt@dresden-pflanzbar.de – wir freuen uns aber auch, wenn ihr spontan vorbei kommt!
Ist Dresden essbar? Am 9. September 2023 fand die ErnährungsRadtour statt, bei der wir uns gemeinsam an inspirierende Orte für nachhaltige Stadternährung in Dresden begeben haben. Die Teilnehmenden haben sich auf eine echte Geschmacks- und Wissensreise begeben, bei der sie Dresden von einer ganz neuen Seite kennenlernen konnten. Gute Gespräche und gutes Essen inklusive – und das alles auf zwei Rädern!
Unsere Tour umfasste verschiedene spannende Stopps:
- Palais Garten: Hier ging es los, und wir haben direkt in die Welt der Kreislaufwirtschaft zwischen PalaisGarten, Palaiscafé und dem Wurmkompost von STADTWURM reingeschnuppert. Biomasseverwertung? Check!
- Bogenschütze an der Elbe: Weiter ging’s zur Elbe, wo die Teilnehmenden mehr über die „Essbare Stadt Dresden“ und die Arbeit des Ernährungsrates erfahren haben. Zudem haben wir einen Einblick in den BUGA-Beteiligungsprozess der Stadt Dresden gegeben.
- Streuobstwiese am Fährgarten: Auf öffentlichen Flächen haben wir gezeigt, wie man in der Stadt ernten kann – und dabei auf Mundraub.org hingewiesen, eine Plattform für die Entdeckung und Nutzung essbarer Landschaften.
- Vietnamesische Gärten in der Neubertstraße, Johannstadt: Hier haben wir gemeinsam gelernt, wie man Gemeinschaftsgärten aufbaut und welche Hürden es beim gemeinschaftlichen urbanen Gärtnern zu nehmen gibt.
- Fairteiler Trini: Bei den Fairteilern haben wir erfahren, wie Lebensmittel geteilt werden, um Verschwendung zu reduzieren. In Dresden gibt es insgesamt 23 Fairteiler. Du möchtest einen Zugang zu Foodsharing oder fragst dich, wo die Fairteiler in DD stehen und wie sie organisiert sind? Hier geht’s zur Webseite von Foodsharing, zudem sind solche Projekte in Dresden meistens über Telegram organisiert!
- Gemeinschaftsgarten Johannstadt: Selbstorganisation in Gemeinschaftsgärten war hier das Thema. Zudem haben wir einen Einblick in das Gartennetzwerk Dresden gegeben. Kennst du noch nicht? Hier kannst du die über verschiedene Projekte zum urbanen Gärtnern informieren: dresden-pflanzbar.de
- Internationale Gärten Dresden: Unsere Tour endete mit einem genussvollen Picknick in den Internationalen Gärten von Dresden. Hier haben wir nicht nur leckeres Essen gute Gespräche genossen, sondern konnten dank Anke (Vorständin Internationale Gärten) einen Einblick hinter die Kulissen bekommen. Live-Imkern inklusive!
Bei der Fahrradtour des Ernährungsrates Dresden haben wir gemeinsam die Stadt auf eine ganz neue Weise entdeckt und jede Menge über Stadternährung, gemeinschaftliche Gärten und die Vielfalt der Stadternährung gelernt. 🚲🌱
Die Radtour ist Teil des Gartenprogramms 2023, welches durch den Ernährungsrat in Kooperation mit dem Japanischen Palais – Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD) veranstaltet wird.









Bio genießen. Region erleben.
Vom 2. September bis 8. Oktober 2023
Regionale und biologische Lebensmittel liegen dir am Herzen? Du möchtest mehr über die Erzeugung und Verarbeitung von Bio-Lebensmitteln erfahren? Dann solltest du die sächsischen Bio-Erlebnistage 2023 auf keinen Fall verpassen!
Hier kannst du bei Bio-Betrieben in deiner Region einen Blick hinter die Kulissen werfen und spannende
Einblicke in die sächsische Land- und Ernährungswirtschaft erhalten. Von kleinen Workshops über gemeinsame
Ernte-Aktionen bis hin zum großen Hoffest: Das vielfältige Veranstaltungsprogramm hat für jeden Geschmack etwas zu bieten.
Ganz gleich, ob du mit deiner Familie kommst, die Bio-Vielfalt der Region gemeinsam mit Freunden erkundest
oder dir allein eine spannende Auszeit voller neuer Entdeckungen gönnen willst – die Bio-Erlebnistage sind
für alle da! Und nun nichts wie los – gehe auf Entdeckungstour und erlebe die Vielfalt der sächsischen Bio-Lebensmittel!
Hier findet ihr das Programm für die Region Dresden-Ostsachsen. Für alle weiteren Regionen könnt ihr euch über die Webseite Bio-Erlebnistage 2023 informieren.
Ein Gastbeitrag* des STADT-LAND-PLUS-PROJEKTs OLGA
* Diesen und weitere Beiträge findet ihr auf der Webseite des OLGA-Projektes unter Stories: „Hier erzählen wir Geschichten über Menschen, die sich in der Region Dresden für eine nachhaltige und regenerative Landbewirtschaftung einsetzen und mit ihrer täglichen Aktion zum Erhalt der Biodiversität und zur Schaffung eines regionalen Ernährungssystems beitragen.„
Das Palais-Café wurde ursprünglich 2019 als Pop-up-Café im Japanischen Palais als einer der Ausstellungsorte der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ins Leben gerufen, um Besucher:innen einen Erfrischungs- und Aufenthaltsort mit einem nachhaltigen Konzept anzubieten. Aus einem temporären Projekt ist ein Dauerbrenner geworden, der sich einer immer größeren Fangemeinde erfreut und dadurch auch gestiegenen Ansprüchen gerecht werden muss. Wir haben uns direkt vor Ort mit Agnieszka und Kathi, den beiden aktuellen Betreiberinnen getroffen, um mit ihnen über die alltäglichen Herausforderungen und Chancen im Betrieb dieses besonderen Cafés in Dresden zu sprechen.

Bio – regional – null-Müll! Mit diesen Ansprüchen geht das Team vom Palais-Café ins Rennen. Natürlich sind nicht alle Produkte bio, die in der offenen Küche verarbeitet werden. Der Schwerpunkt liegt vielmehr auf regionalen und saisonalen Lebensmitteln. Hin und wieder entsteht auch (Verpackungs-)Müll, weil kleinere Mengen an Lebensmitteln eben nur verpackt eingekauft werden können. Doch die beiden Frauen mit ihrem Team achten im täglichen Betrieb trotzdem stark auf ‘Zero Waste’ sowie die (Wieder-)Verwendung von Behältern und geretteten Lebensmitteln in ihren Speisen. Zum Beispiel trocknen sie die Kräuter aus den Hochbeeten im Atrium des Museums und stellen daraus eigenen Kräutertee her. Wenn dieser nicht gerade den Besucher:innen im Museum ganz umsonst angeboten wird, wird er – selbstverständlich – in wiederverwendeten Joghurtgläsern aufbewahrt.
BEIM ESSEN ÜBERS ESSEN SPRECHEN: LUNCH FOR LOCALS – EIN FORMAT, DAS ANKOMMT
Neben dem Café-Kerngeschäft von Mittwoch bis Sonntag 10-18 Uhr erfüllt das Team auch Catering-Aufträge für bis zu 300 Menschen, entweder bei Ausstellungseröffnungen im eigenen Haus oder auch zu jeglichen anderen Anlässen im gesamten Stadtgebiet von Dresden.

“Wir verstehen uns als Bildungsträger, indem wir den Menschen von unserem zero waste-Konzept und der Verarbeitung von regionalen und saisonalen Lebensmitteln erzählen. Das kommt an, und die Menschen kommen wieder,” freut sich Agnieszka. „Die Leute müssen das dann auch mal aushalten, wenn wir keine To Go-Becher anbieten, dafür aber wiederverwendete Joghurt-Schraubgläser mit Pfand. Das ist der einzige richtige Weg für uns.”
Der Bildungsauftrag wird zusammen mit Partnern wie der Lokalen Agenda Dresden oder den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ausgeführt, z. B. beim so genannten „Lunch For Locals.“
Seit 2021 gibt es freitags hin und wieder dieses Format, das Ergebnis der Sehnsucht vieler Menschen nach der Corona-Zeit, sich persönlich zu treffen und über Esskultur und Nachhaltigkeit auszutauschen. Bei diesem Format genießen mehrere Menschen an einer großen Tafel ein vom Palais-Café gezaubertes Menu, kommen ins Gespräch und erfahren dabei mit allen Sinnen, wie regional, saisonal und kreativ auf dem Teller aussieht. Beim Lunch for Locals sind schon viele Freundschaften und auch berufliche Kontakte entstanden.
BESCHAFFUNG UND VERTRIEB DER LEBENSMITTEL: ZWISCHEN URBANEM GARTENPROJEKT UM DIE ECKE, MARKTSCHWÄRMER UND METRO FÜR REGIONALPRODUKTE
In der neuen Saison kommt ein Großteil des Gemüses aus dem nahegelegenen Dresdner Stadtteil Pieschen. Dort wird es von den UFER-Projekten Dresden e. V. in der Alten Gärtnerei angebaut, geerntet und zur Abholung durch das Personal vom Palais-Café bereitgestellt.

“Die Leute sind begeistert, wenn sie erfahren, dass der Spinat in ihrer Lasagne eben noch in Dresden in einem urbanen Gartenprojekt gewachsen ist,” meint Agnieszka. “Das schafft Vertrauen. Den Leuten schmeckt es und sie verstehen, dass kurze Wege und lokales Gemüse einfach Sinn machen in Zeiten der Klimakrise.”
“Wir verstehen uns als Bildungsträger, indem wir den Menschen von unserem zero waste-Konzept und der Verarbeitung von regionalen und saisonalen Lebensmitteln erzählen. Das kommt an, und die Menschen kommen wieder,” freut sich Agnieszka. „Die Leute müssen das dann auch mal aushalten, wenn wir keine To Go-Becher anbieten, dafür aber wiederverwendete Joghurt-Schraubgläser mit Pfand. Das ist der einzige richtige Weg für uns.”
Der Bildungsauftrag wird zusammen mit Partnern wie der Lokalen Agenda Dresden oder den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ausgeführt, z. B. beim so genannten „Lunch For Locals.“
Seit 2021 gibt es freitags hin und wieder dieses Format, das Ergebnis der Sehnsucht vieler Menschen nach der Corona-Zeit, sich persönlich zu treffen und über Esskultur und Nachhaltigkeit auszutauschen. Bei diesem Format genießen mehrere Menschen an einer großen Tafel ein vom Palais-Café gezaubertes Menu, kommen ins Gespräch und erfahren dabei mit allen Sinnen, wie regional, saisonal und kreativ auf dem Teller aussieht. Beim Lunch for Locals sind schon viele Freundschaften und auch berufliche Kontakte entstanden.
“Mehl, Zucker, Eier und Milch sind bei uns Produkte, die wir in größeren Mengen und damit auch verpackungsärmer einkaufen,” sagt Kati. Dafür kooperiert das Palais-Café mit der Biokonditorei Bucheckchen im Dresdner Stadtteil Leubnitz-Neuostra (Mehl), mit Hof Mahlitzsch (Milch, 36 km), mit dem Cityimker Dresden (Eier, 13 km) und mit der Firma Elb-Ferment (Zucker, 3 km). “Zu den meisten Kooperationspartnern haben wir über das Marktschwärmer-Netzwerk persönliche Kontakte aufgebaut,” ergänzt Kati. Bei Marktschwärmer Dresden war das Palais-Café vor allem während der Corona-Lockdown-Zeit mit seinen selbstgemachten Feinkostprodukten begehrt. Der Aufwand, alle Absatzwege und das Café gleichzeitig zu bespielen, wurde aber seit letztem Jahr zu groß. Nun wird erstmal nicht weiter geschwärmt, doch es gibt schon Pläne, bald wieder einzusteigen mit haltbaren Produkten, die länger gelagert werden können.
“Was die Logistik und Beschaffung der regionalen und lokalen Lebensmittel in Bioqualität betrifft, fehlt für uns nachhaltige Gastronomen in Dresden noch so etwas wie ein Großmarkt für eben diese Produkte,” stellt Kathi fest. “Wir müssen alle Produkte in Kleinstmengen und zwar mit kurzen aber trotzdem zahlreichen und aufwendigen Wegen beschaffen, obwohl es selbst bei unserem Durchlauf an Speisen und Getränken mittlerweile logistisch viel effizienter wäre, größere Mengen am besten regional zu beziehen.”
MULTIPLIKATOR FÜR EINE NACHHALTIGE ERNÄHRUNGS- UND KONSUMKULTUR
Agnieszka und Kathi wollen ihre Ideen für eine nachhaltige Ernährungs- und Konsumkultur weiter nach außen tragen und Menschen dazu ermutigen, sich regional und saisonal zu ernähren. “Wir können uns gut vorstellen, z. B. dass das Japanische Palais zu einem ‚Lebensmittelpunkt‘ wird, wo Menschen wöchentlich zusammenkommen und sich austauschen können – ähnlich wie bei einem Wochenmarkt.“

Leider bleibt den beiden nur wenig Zeit, um neue Ideen und Projekte anzustoßen und diese gemeinsam mit Kooperationspartnern, wie Ernährungsrat oder Lokale Agenda Dresden etc., zu verfolgen. “Wir wünschen uns für die Zukunft, uns dort noch stärker einbringen zu können.“
HIER geht’s zum Palais-Café!