Am 5. Oktober fand der fünfte KitchenTalk 2026 der BioRegio-Modellregion Oberes Elbland in der Biokonditorei & Bäckerei Bucheckchen statt. Unter dem Thema „Regionale Rohstoffe im Lebensmittelhandwerk“ ging es diesmal um Mehl, Brot und Backwaren – also um alltägliche Lebensmittel, an denen besonders gut sichtbar wird, wie eng Erzeugung, Verarbeitung und Gastronomie miteinander verbunden sind.

Unser erfahrener Gastgeber und Geschäftsführer Thomas Heller gab den acht Teilnehmende aus Produktion und Gastronomie zunächst einen anschaulichen Einblick in die frisch duftende und handwerkliche Arbeit der Bäckerei und Konditorei.

Die Führung begann in der Backstube im Keller, wo Sauerteigbrote mit langer Teigführung entstehen. Gerade wurden Kekse hergestellt, während zugleich der Blick auf die bevorstehende Stollenzeit fiel: Die Rumrosinen standen bereits bereit und warteten darauf, bald verbacken zu werden. Sichtbar wurde dabei, wie viel Zeit, Erfahrung und Gespür im handwerklichen Backen stecken und welche Bedeutung die Qualität des Mehls für das Ergebnis hat.

Weiter ging es in die Konditorei im Obergeschoß, wo neben Kuchen und Gebäck auch Hochzeitstorten in Handarbeit entstehen. In den Sommermonaten ergänzt selbstgemachtes Eis das Angebot, also gerade dann, wenn das klassische Geschäft mit Torten und Backwaren etwas ruhiger wird. Auch hier wurde deutlich, wie flexibel sich ein handwerklicher Betrieb auf Jahreszeiten, Nachfrage und Kund:innenwünsche einstellen muss.

Interessant war außerdem, dass die Bäckerei ein sehr breites Spektrum an Produkten und Geschäftsfeldern aufrecht erhält. So wird z.b. auch ein Keto-Brot in geringen Stückzahlen mit Lupinenmehl hergestellt und so versucht, die Fühler in eventuelle zukünftig größere Geschäftsfelder auszudehnen, auch wenn es aktuell wirtschaftlich noch keinen Sinn ergibt.

Die anschließende Vorstellungsrunde bei süßen und herzhaften Kostproben ging schnell in einen fachlichen Austausch über. Im Mittelpunkt standen Fragen zu den Backeigenschaften regionaler Mehlsorten, zur Verfügbarkeit geeigneter Qualitäten und zu fast vergessenen Getreidesorten wie Emmer und Goldweizen, die inzwischen wieder angebaut werden. Auch die Frage, wie verlässlich sich Bedarfe planen lassen, wurde diskutiert, insbesondere mit Blick darauf, dass sich das Geschäft etwa in der Gastronomie seit der Pandemie weniger vorhersehbar gestaltet.

Deutlich wurde: Mehle sind nicht einfach austauschbare Rohstoffe. Für das Backhandwerk zählen Proteinqualität, Klebereigenschaften, Verarbeitungssicherheit sowie -einfachheit und Geschmack. Für Erzeugung und Mühlen wiederum ist wichtig zu wissen, welche Mengen, Qualitäten und Sorten im Handwerk und in der Gastronomie tatsächlich gebraucht werden. Genau an dieser Schnittstelle entstehen die Fragen, die die KitchenTalks sichtbar machen wollen: Wer produziert was? Wer verarbeitet welche Qualitäten? Und wie können regionale Rohstoffe so eingesetzt werden, dass sie für alle Beteiligten praktikabel sind? Welche Kuchen halten sich eigentlich wieso wie lange in der Vitrine der Gastro und haben deswegen weniger Verlust – wirtschaftlich sowie ressourcentechnisch.

Besonders schön endete der Vormittag mit einer konkreten Verabredung zu einem Versuch: Kann ein regionales Mehl, das aufgrund seines hohen Proteingehalts als „Stollenmehl“ bezeichnet wird, auch eine gute Grundlage für Pizza sein? Diese Frage wollen die Rolle Mühle und das Otto im Geh8 nun praktisch erproben.

Zwischen Backstube, Konditorei, Mühle, Gastronomie und Erzeugung wurde deutlich: Mehr regionale Rohstoffe im Lebensmittelhandwerk brauchen nicht nur gute Produkte, sondern auch Vertrauen, Fachwissen, Experimentierfreude und die Bereitschaft, gemeinsam auszuprobieren, was möglich ist.

Weiter geht es in der Reihe mit dem sechsten KitchenTalk am 9. November bei Schmidt’s Restaurant & Catering zum Thema kreative Menü- und Produktentwicklung.

Bei sonnigem Wetter und frischen Temperaturen trafen wir uns am 15. September zum vierten KitchenTalk bei den Gohliser Höfen am westlichen Rand von Dresden. Das Team der Solawi Gohliser Höfe – unter anderem Jonas Grosche, Jens Günther und Julia Mertens – führte uns über die Betriebe von Ökofranz und dem Biogemüse Hof Gohlis. Wir besichtigten den Hofladen von Ökofranz sowie die Gewächshäuser, Gartenbauflächen, Lager- und Kühlflächen des Biogemüse Hofs Gohlis.

Die beiden Höfe befinden sich aktuell in der Findungsphase zur Gründung einer neuen Solidarischen Landwirtschaft. Diese soll zunächst als Teil-Solawi starten: Ein Teil der Produktion soll künftig solidarisch getragen und verteilt werden, während bestehende Absatzwege – etwa an die Verbrauchergemeinschaft Dresden, Vorwerk Podemus sowie über die Direktvermarktung – weiterhin bestehen bleiben.

Angedacht sind zu Beginn 50 Ernteanteile. Wie genau die Ernte unter diesen Anteilen verteilt wird, befindet sich aktuell noch in der Aushandlung. Besonders an dieser Solawi ist die breite Produktpalette: Neben frischem Gemüse sollen auch Kartoffeln, Kürbisse, bunte Beten, Ölsaaten und Hülsenfrüchte sowie verarbeitete Produkte aus hofeigenen Rohstoffen Teil der Ernteanteile werden.

Denkbar sind zum Beispiel Nudeln aus Dinkel von Ökofranz, Leinöl aus eigenem Leinsamen, Rote-Bete-Aufstrich aus den Beten von Ökofranz sowie Brot, das mit Mehl von Ökofranz durch eine lokale Bäckerei gebacken wird. Auch Obst soll Teil der Solawi werden: Das Obst von Streuobstwiesen der Betriebe und von Privatpersonen in Gohlis soll mit verteilt oder zu Saft gepresst und in dieser haltbaren Form an die Ernteteiler:innen weitergegeben werden.

Bewusst aus der Solawi-Planung herausgenommen werden zunächst einige Produkte: Der grüne Spargel vom Biogemüse Hof Gohlis und die Produkte aus der Mutterkuhhaltung von Ökofranz werden weiterhin an bestehende Abnehmer:innen vertrieben sowie direkt vermarktet. Die Solawi startet damit zunächst mit einer veganen Produktpalette; Änderungen in Zukunft sind jedoch möglich.

Aktuell ist die Solawi in Gründung noch auf der Suche nach den ersten 50 Menschen, die sich einen Ernteanteil sichern möchten – Privatpersonen ebenso wie Betriebe. Beim Rundgang war leider kein Gastronomiebetrieb anwesend, sodass wir mögliche Kooperationen zwischen der Solawi und der Gastronomie noch nicht konkret besprechen konnten. Die nächste Gelegenheit zum Kennenlernen gibt es am 25. September bei der Veranstaltung „Essen verbindet“ im Rahmen des Dear Future Festivals.

Sichtbar wurde auf jeden Fall die bereits bestehende Vernetzung der landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Betriebe mit lebensmittelverarbeitenden Mühlen, Bäckereien, Fleischereien und Ölmühlen in der Region. Ebenso wurde deutlich, wie sehr sich einzelne Betriebe bereits heute untereinander aushelfen, beraten und miteinander kooperieren.

Der nächste KitchenTalk beschäftigt sich mit dem Thema regionale Mehle und findet am 5. Oktober in der Biobäckerei und Konditorei Bucheckchen statt. Hier geht es zur Anmeldung.

Am 1. September fand der dritte KitchenTalk 2026 der Bio-Regio-Modellregion Oberes Elbland in der Alten Gärtnerei in Pieschen statt. Hier, wo Nachbarschaft, Essbare Stadt, Gartenbau, Lebensmittelverarbeitung, Kulinarik und diverse Veranstaltungen zusammenkommen, ging es diesmal um die Frage, wie regionale Betriebe ihre eigenen Orte, Produkte und Angebote besser sichtbar machen können.

Denn viele Betriebe entlang der regionalen Wertschöpfungskette haben genau das: großartige Produkte, besondere Geschichten, schöne Orte und gute Ideen. Was oft fehlt, ist nicht das Angebot selbst, sondern die Sichtbarkeit dafür. Wer online nicht gefunden wird – zunehmend auch nicht von KI- oder TikTok-Suchen der neuen Generation – läuft Gefahr, trotz hoher Qualität und viel Engagement unsichtbar zu bleiben. Mit wirtschaftlichen Folgen.

Ein wichtiger Teil des KitchenTalks war der Blick auf Fördermöglichkeiten. Vorgestellt wurde unter anderem die BAFA-Beratungsförderung für kleine und mittlere Unternehmen, über die Beratungsleistungen anteilig gefördert werden können. Für Betriebsstätten in Dresden und der Region liegt der Fördersatz bei 80 Prozent der förderfähigen Beratungskosten, maximal jedoch bei 2.800 Euro netto Zuschuss pro Beratung. Die aktuelle Richtlinie läuft bis zum 31. Dezember 2026. Innerhalb der Richtliniendauer sind mehrere Beratungen möglich, jedoch maximal zwei pro Jahr und höchstens fünf insgesamt. Ein guter Zeitpunkt also, sich damit auseinanderzusetzen – auch weil noch nicht absehbar ist, ob und in welcher Höhe die Förderung ab 2027 fortgesetzt wird.

Auch weitere Förderwege kamen zur Sprache: Hervorgehoben wurde die Maßnahme „KI Prompt Engineering“ über die Arbeitsagentur mit Zugang zu ChatGPT Pro und Canva Enterprise als sinnvolle, berufsbegleitende Mitarbeiter:innen-Weiterbildung. Aktuell mit Antragsstopp, aber weiterhin interessant, sind der Digitalisierungszuschuss der SAB sowie das Innovationsprogramm. Deutlich wurde: Bei Förderprogrammen lohnt sich ein genauer und aktueller Blick auf Fristen, Förderhöhen und Zugänge.

Im Gespräch miteinander wurde deutlich: Der Einsatz von KI und SEO ist für viele Betriebe kein abstraktes Zukunftsthema mehr, sondern berührt ganz praktische Fragen. Wie wird unser Hofladen online gefunden? Wie lassen sich unsere Veranstaltungen Veranstaltungen einfacher ankündigen und buchen? Wie können unsere Räume, Workshops oder saisonale Angebote besser kommuniziert werden? Und wie bleibt unser Betrieb dabei authentisch, datenschutzkonform und zur eigenen Arbeitsweise passend?

Denn Sichtbarkeit bedeutet nicht nur Reichweite. Sichtbarkeit bedeutet auch, dass die Geschichten, Qualitäten und Besonderheiten regionaler Produkte besser erzählt werden können. Sie kann helfen, passende Kund:innen, Gäste und Teilnehmende zu erreichen. Und sie sichert wirtschaftliche Tragfähigkeit auch über den Mund-zu-Mund-Radius hinaus.

Eine zentrale Quintessenz des Vormittags war: Bewusst ausgewählte KI-Werkzeuge können Betriebe dabei unterstützen, ihre eigenen Prozesse zu reflektieren und gezielt dort zu entlasten, wo Aufgaben wiederkehrend, zeitaufwendig oder bisher schwer zu bewältigen sind.

Der KitchenTalk endete mit einem ehrlichen Blick auf die aktuellen Websites der anwesenden Betriebe, passenden Verbesserungsvorschlägen und einem duftenden Mittagessen aus Erzeugnissen der Alten Gärtnerei.

Weiter geht es in der Reihe mit dem vierten KitchenTalk bei den Gohliser Höfen. Hier der Link zum nächsten KitchenTalk.

Am ersten – endlich regenreichen – Tag nach den Sommerferien fand der zweite KitchenTalk 2026 im Rahmen der BioRegio-Modellregion Oberes Elbland statt. Unter dem Titel „Was wächst wann und wie viel?“ trafen wir uns auf dem regensicheren Sonnendeck des Hofcafés von Hof Mahlitzsch bei Nossen. Wir wurden von Ludwig Krug (Strategie), Christian Frenzel (Gartenbau), Philipp Elger (B2B-Vertrieb) und Elke Schwab (Hofcafé) mit Kaffee und Schnittchen begrüßt.

Nach einer Vorstellungsrunde lernten wir anhand genau dieser Schnittchen die breite Produkt- und Produktionspalette des Hofes kennen: Brot aus eigenem Getreide und der eigenen Bäckerei, Frischkäse von den eigenen Weidekühen und aus der eigenen Molkerei sowie Tomaten, Gurken, Paprika und Kräuter aus dem eigenen Gartenbau. Dazu kommen ein Hofladen, die hofeigene Fleisch- und Wurstverarbeitung sowie die Ökokisten auf Online-Bestellung, von denen wöchentlich über tausend Kisten den Hof verlassen und im Großraum Dresden ausgeliefert werden.

Bei einem ausgedehnten Hofrundgang erhielten wir anschauliche Einblicke in die verschiedenen Betriebsbereiche: die Weidehaltung der knapp 80 Zweinutzungsrinder, die Teilnahme an der bundesweiten Initiative „Schlachtung mit Achtung“, den Ackerbau mit verschiedenen Getreidearten und Wurzelgemüse mit Schwerpunkt Kartoffeln. Hier investierte der Hof kürzlich in drei neue Kühllager, um die Lagerfähigkeit deutlich zu verlängern. Außerdem wird aktuell geprüft, wie vor allem Kartoffeln und Möhren durch Vorverarbeitung – etwa geschält, roh oder gewürfelt – für Gastronomie und Außer-Haus-Verpflegung interessanter werden könnten.

Wir besuchten die Gewächshäuser für Gurken, Tomaten, Paprika und Auberginen und sprachen über die 11 Hektar Freifläche für den Gemüseanbau in weiter Fruchtfolge. Sichtbar wurde dabei auch, wie eng Erzeugung, Direktvermarktung und Verarbeitung auf Hof Mahlitzsch miteinander verbunden sind – vom Hofladen über die Ökokisten bis hin zur Hofbäckerei, Hoffleischerei und dem Hofcafé.

Darüber hinaus tauschten sich die teilnehmenden Gastronom:innen, Erzeuger:innen und Vertreter:innen der Stadtverwaltung darüber aus, was es braucht, damit mehr regionale Produkte auf den Tellern von Restaurant- oder Marktbesucher:innen landen. Besonders deutlich wurde dabei das Spannungsfeld zwischen Planbarkeit und Sicherheit auf der einen Seite sowie Flexibilität und kurzfristig möglichen Absprachen auf der anderen Seite.

Denn Lebensmittelerzeuger:innen wissen zu Beginn des Sommers nicht immer, ob ihnen zum Beispiel der Salat wie in diesem Jahr trotz Bewässerung schlicht verdorrt – und dann einfach nicht geliefert werden kann. Gastronom:innen wiederum müssen ihren Gästen spätestens einen Monat vor einer geplanten Veranstaltung sagen können, was auf dem Buffet stehen wird. Wie kann Menüplanung also flexibel bleiben und gleichzeitig konkret und verbindlich genug sein, um auf regionale Verfügbarkeit sowie saisonale und klimatische Schwankungen reagieren zu können? Könnte die Anbauplanung für die nächste Saison bereits mit den abnehmenden Gastronomiebetrieben abgestimmt werden? Und wie können Absprachen zwischen Erzeugung und Gastronomie vertrauensbasiert und auf kurzem Wege funktionieren?

Eines wurde an diesem Vormittag besonders deutlich: Für alle Akteur:innen entlang der regionalen Wertschöpfungskette bedeutet mehr Regionalität auch, die eigenen bisherigen Beschaffungs- und Vermarktungsprozesse bewusst zu hinterfragen. Denn der Einkauf über den Großhandel und die gewohnte ganzjährige Verfügbarkeit vieler Produkte laufen häufig auf Autopilot. Gleichzeitig stellt sich auch für Erzeuger:innen immer wieder neu die Frage: Was wächst wann und wie viel – und für wen genau?

Ein spannender Prozess des Aufeinanderzubewegens.

Weiter geht es in der Reihe bereits am 01. September mit dem KitchenTalk „Sichtbar sein – KI und Förderung jetzt nutzen“ in der Alten Gärtnerei in Pieschen. Hier der Link zum nächsten KitchenTalk.

Vernetzung, Austausch und erste konkrete Schritte

Am 18. März 2026 fand im Rittergut Limbach die Auftaktveranstaltung für das BioRegio-Modellprojekt Oberes Elbland statt. Es war eine ganztägige Veranstaltung mit rund 65 Teilnehmenden aus ganz unterschiedlichen Bereichen der regionalen Lebensmittelwirtschaft.

Mit dabei waren Erzeugerinnen und Erzeuger, Landwirtinnen und Landwirte, Gartenbaubetriebe, Käsereien, Schäfereien, Fleischverarbeitung, Betriebe im Hülsenfruchtanbau sowie Vertreterinnen und Vertreter aus dem Handel wie z.B. die Verbrauchergemeinschaften Dresden. Besonders spannend war die Vielfalt der Betriebe, die mehrere Stufen der Wertschöpfung verbinden – vom Anbau über die Verarbeitung bis hin zum Vertrieb, wie beispielsweise Gartenbau Kießlich, Hof Mahlitzsch, Pfarrgut Taubenheim und Vorwerk Podemus.

Auch das Lebensmittelhandwerk, Gastronomiebetriebe sowie Verbände wie DEHOGA Sachsen, Gäa und die Bioland Region Ost waren vertreten und brachten ihre Perspektiven mit ein.

Impulse aus Praxis und Erfahrung

Ein zentrales Grußwort kam von Dr. Klaus Wiesinger vom Kompetenzzentrum Ökolandbau Bayern, der die Bio-Modellregion in unserem Nachbarbundesland seit über zehn Jahren begleitet. Er gab einen praxisnahen Einblick in bisherige Erfahrungen: Was funktioniert gut? Welche Fehler können wir vermeiden? Und welche Rolle spielt das Management in solchen Prozessen – inklusive der Frage, wann es sich bewusst zurücknehmen sollte.

Ein weiterer Impuls kam mit Cora Hähnel aus der Hauptgeschäftsstelle der DEHOGA Sachen. Sie zeigte auf, wie Gastronomiebetriebe durch den Einsatz regionaler Produkte nicht nur ihr Angebot stärken, sondern auch ihre Kundenbindung deutlich erhöhen können – statistisch belegt um das Dreifache. Entscheidend dabei: Eigene Überzeugung, Transparenz und Storytelling darüber, woher die Produkte kommen. Außerdem stellte sie die 2026 gestartete Kampangne „So schmeckt Sachsen!“ der Dehoga Sachsen vor.

Workshops: Herausforderungen, Bedarfe und konkrete Ideen

In zwei Workshop-Runden arbeiteten die Teilnehmenden intensiv an verschiedenen Themenfeldern.

Claudia und Julia haben als Team zwei aufeinander aufbauende Workshops zu Gastro-Kooperationen moderiert, um die im Projekt geplante Veranstaltungsreihe KitchenTalks nah an den Bedürfnissen aller Zielgruppen zu planen. Im Mittelpunkt standen dabei die Fragen:

Besonders deutlich wurde: Es braucht mehr gegenseitiges Verständnis für die jeweiligen Arbeitsrealitäten.

Eine konkrete Idee, die auf großes Interesse gestoßen ist, sind gegenseitige Betriebsbesuche. Gastronominnen und Gastronomen besuchen Anbauflächen und Höfe, während Erzeugerinnen und Erzeuger Einblicke in Küchen und Abläufe der Gastronomie bekommen. So können unterschiedliche Perspektiven, Sprachen und Anforderungen besser verstanden und übersetzt werden – eine wichtige Grundlage für langfristige, vertrauensvolle Kooperationen.

Schön zu sehen war auch, dass bereits während der Workshops erste konkrete Vernetzungen entstanden sind!

Hier die für die große Runde zusammengefassten Workshopergebnisse:

Auftaktveranstaltung - Foto von den Workshopergebnissen Teil 2

Eine lebendige Atmosphäre und gelebte Regionalität

Die Veranstaltung war insgesamt sehr lebendig und geprägt von großem Interesse am Austausch. In den Workshopphasen war es teilweise gar nicht so leicht, alle wieder zurück in den großen Raum zu holen… ein gutes Zeichen.

Ein besonderes Highlight war das gemeinsame Buffet, das von den beteiligten Erzeugerinnen und Verarbeitern gestaltet wurde! Hier konnten die regionalen Produkte direkt erlebt werden, inkl. schmecken, riechen, kennenlernen. Gleichzeitig entstanden ganz nebenbei Gespräche, Kontakte und erste mögliche Geschäftsbeziehungen.

Ein gelungener Auftakt

Es war eine sehr gelungene Veranstaltung und ein würdiger Auftakt für das dreijährige Projekt, das von einem engagierten Team getragen wird.

Wir sind gespannt auf die nächsten Schritte und darauf, welche schmackhaften Brücken wir mit der BioRegio-Modellregion Oberes Elbland in den nächsten Jahren bauen werden!

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier: https://uzdresden.de/bio-regio-modellregion-oberes-elbland/

Am 26. November könnt ihr euch einen neuen Kurzfilm über das Gartennetzwerk anschauen, in dem wichtige Orte der Essbaren statt vorgestellt werden. Ab 18:30 Uhr finden die Filmpremieren der „Geschichten des Wandels“ in die Schauburg statt.  Nicht nur wir wurden seit Sommer 2024 von professionellen Filmemacher*innen begleitet, sondern auch das Projekt Paradiesisch Musizieren und der Verein Sonnige Aussichten aus Pirna von. Zuvor gab es eine Ausschreibung für Filmschaffende, sich mit einem Konzept für den Auftrag zu bewerben.

Die Kurzfilme porträtieren Menschen und Initiativen, die sich für den sozial-ökologischen Wandel in ihrer Region einsetzen. Ihr Engagement soll andere motivieren, selbst aktiv zu werden. Was alle Projekte vereint ist die Basis einer kooperativen Gemeinschaft und des friedlichen Miteinanders. Die Vielfalt an Perspektiven wird als Bereicherung angenommen – eben das, was unserem gesellschaftliches Miteinander auf lokaler und globaler Ebene leider oft fehlt. Der Premierenabend lädt nicht nur zur Vorstellung der Filme ein, sondern bietet auch die Gelegenheit, direkt mit den Protagonist*innen ins Gespräch zu kommen.

Musikalisch begleitet wird der Abend mit Livemusik vom Paradiesorchesters. Seid dabei und lasst euch inspirieren!

Gemeinsam mit dem Objektiv e.V. wird der Abend ein nachhaltiges Erlebnis aus inspirierenden Kurzfilmen, spannenden Gesprächen und wundervoller Musik.

WANN:   26.11.2024, 18:30 – 21 Uhr
WO:        Filmtheater Schauburg, Königsbrücker Str. 55, 01099 Dresden
WAS:      
Filmpremieren der „Geschichten des Wandels“

Format: Kurzfilme – Gespräche – Konzert des Paradiesorchesters

Der Eintritt ist frei.

Weitere Infos unter:
https://sukuma.net/projekte/seeds/
https://www.instagram.com/seedsofchange_sukuma/

Die HAW Hamburg die Universität Konstanz, die Hochschule Osnabrück und das Wuppertal Institut veranstalten eine interdisziplinäre öffentliche Ringvorlesung zum Thema „Nachhaltige Ernährungssysteme in Deutschland – Fokus Gemeinschaftsgastronomie und -verpflegung“. Die Vorlesung findet im Wintersemester 2024/25 mittwochs 18:30 bis 20 Uhr online statt. Eingeladen sind alle Interessierten und Studierenden aller Fachrichtungen zum Zuhören und Mitdiskutieren, ebenso Fachöffentlichkeit und Fachpraxis.