Allgemein
Jahresrückblick 2020
07. Dez. 2020

Jahresrückblick 2020

Das Jahr 2020 war alles außer vorhersehbar. Video-Konferenzen, Radiointerviews und Livestreams – trotz der vielen Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie schauen wir auf eine ereignisreiche Zeit für den Ernährungsrat Dresden und Region zurück.

Lesezeit ca. < 1 Min.

Das Jahr 2020 war alles außer vorhersehbar. Video-Konferenzen, Radiointerviews und Livestreams – trotz der vielen Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie schauen wir auf eine ereignisreiche Zeit für den Ernährungsrat Dresden und Region zurück.

Im Februar fand die erste Veranstaltung des Jahres statt: ein Filmgespräch zum Film Anders essen – Das Experiment, organisiert in Kooperation mit der Lokalen Agenda und der Schauburg. Christine Mantu und Antonia Bätzold moderierten die Gesprächsrunde zum Thema regionale, nachhaltige Ernährung. Zu Gast waren Barbara Rische von der Verbrauchergemeinschaft (VG), Ekkehard Spiegel vom Weltacker Berlin und Fanny Schiel von den Marktschwärmern.

Intern engagierten sich die Mitglieder unseres Ernährungsrates mit der Erarbeitung eines Stadtratsantrages. Eine nachhaltige, regionalere Versorgung Dresdens ist realisierbar, bedarf jedoch politischer Unterstützung – z.B. in Form einer städtischen Ernährungsstrategie, die etwa prozentuale Anteile regionaler Produkte in der Kita und Schulversorgung festlegt. Mit der Fertigstellung des Antrages brach die COVID-Pandemie in Deutschland aus, die Kontaktbeschränkungen folgten. Erstmals fanden unsere monatlichen Treffen online statt. Die plötzliche Veränderung des Alltages gaben den Themen Daseinsvorsorge, Ernährungssouveränität und Nachhaltigkeit einen notwendigen Anschub. Das Interesse einer breiteren Öffentlichkeit wendete sich diesen Themen zu (zum nachlesen: Corona-Krise und Ernährungswende). Zahlreiche Ernährungsräte aus dem deutschsprachigen Raum forderten im Zuge dessen den Aufbau eines krisensicheren Ernährungssystems: Versorgungssicherheit in Zeiten der Krise durch regionale und ressourcenschonende Landwirtschaft. Eine Schließung der Wochenmärkte stellte sich diesen Forderungen in den Weg. Die letztendliche Wiedereröffnung wurde erwirkt.

Unser aller Alltag war verändert und der Wechsel von analogen Veranstaltungen zu Telefon- und Video-Konferenzen war anfangs ungewohnt, aber eine interessante Erfahrung. Unsere Mitbegründerin Julia Leuterer war direkt im März Gast einer Talkrunde, anlässig der Future Food Ausstellung im Deutschen Hygiene Museum Dresden. Kurzerhand wurde das im Museum geplante Gespräch in ein Radiointerview bei Deutschlandfunk umgewandelt. Thema des Gesprächs war Essen in der Zeit von Corona und die Ernährungsforschung für die Welt von morgen. Die Zukunft unserer Ernährung wird facettenreich in der Future Food Ausstellung abgebildet. Die im Mai eröffnete Ausstellung litt in ihrer interaktiven Umsetzung unter der Pandemie. Viele Veranstaltungen entfielen. Mit einigen Modifikationen konnten sich die Besucher*innen zwischenzeitlich jedoch mit der umfangreichen Ausstellung befassen. In einem Videobeitrag ist auch unser Ernährungsrat Teil dieser Ausstellung. Ein Besuch lohnt sich, sobald wieder möglich.

Unsere Ernährungsrat-Mitglieder im Interview für die Future Food Ausstellung des DHMD

Mit Sonnenschein und sinkenden Corona-Infektionszahlen kam der Sommer nach Dresden. Unsere Treffen fanden nun wieder in Person im Palais Garten unter freiem Himmel statt. Die Zeit wurde genutzt und einige unserer Vertreterinnen reisten nach Leipzig, um sich mit dem dortigen Ernährungsrat zu vernetzen. Vernetzungen der verschiedenen Ernährungsräte sind wichtig um die Strukturen zu stärken, Unterstützung, Austausch und Partner*innen zu finden, zur Realisierung der Ernährungswende von Innen heraus.Nachhaltige Ernährung wurde 2020 häufiger in der breiten Öffentlichkeit thematisiert. Zwischen positiven Meldungen, dass private Haushalte aufgrund der Pandemie zurück zum eigenen Herd fanden und wieder mehr gekocht und gebacken wurde, fiel der Fokus allerdings auch sich häufende negative Schlagzeilen z.B. bezüglich der ausfallenden Erntehelfer*innen oder die Skandale in den Fleischfabriken des Landes. Zudem wurden die neuen Beschlüsse der GAP gefasst, welche ebenfalls weniger zukunftsorientiert sind, als notwendig. Neben dem privaten Engagement bedarf es durchgreifenden politischen Maßnahmen. Das SMEKUL wendete sich mit genau diesem Thema u.a. an unseren Ernährungsrat: Durch welche politischen Instrumente kann die regionale Wertschöpfung und Vermarktung gestärkt werden? In einem Telefon-Interview vermittelte Julia Leuterer einige Ansatzpunkte, die hoffentlich in die politische Debatte einfließen werden.Anlässig der Future Food Ausstellung fand im Deutschen Hygiene Museum die Veranstaltungsreihe  „Zurück oder Zukunft – Wie wir in Dresden leben wollen“ statt. Zu Wort kam auch unsere Julia Leuterer beim Podium Zurück oder Zukunft – Wie ernährt sich die Stadt regional? im September. Auch im Oktober war Julias Einsatz gefragt. In einem Online-Vortrag in der Beitragsreihe Food for Future des BUND fokussierte unsere Mitbegründerin das Thema Regional UND Saisonal – Vielfalt das ganze Jahr.

Im November fand nochmals eine größere Veranstaltung statt: Ein Vernetzungstreffen mit deutschen Ernährungsräten, Vereinen und Initiativen zum Thema regionale Versorgung und Ernährungswende. Dieses fand kurzfristig digital statt. Unsere größte Zusammenkunft des Jahres hat für regen Austausch und neue Motivation gesorgt. Wie das Vernetzungstreffen verlief, welche Themen besprochen wurden und was es nachträglich in der Dokumentation nachzulesen gibt, erfahrt ihr hier in unserem Rückblick.

In einem letzten Vortrag in diesem Jahr sprach erneut Julia als Vertreterin des Ernährungsrates Dresden und Region beim Symposium des Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS e.V.) zum Thema: Erfahrungen und Herausforderungen für die Lebensmittelwirtschaft in Zeiten von Klimawandel und Corona-Krise.

Zum Ende des Jahr gab es dann noch eine erfreuliche Nachricht: Der Antrag „Essbare Stadt Dresden“ wurde mit dem über 9.000€ dotierten eku Zukunftspreis idee 2020 ausgezeichnet! Damit soll im kommenden Jahr die stärkere Vernetzung und Förderung von Initiativen zur essbaren Stadt gefördert werden.

Auch wenn die Pandemie dieses Jahr auf neue unerwartete Weisen gestaltet hat, schauen wir doch zufrieden auf die vergangene Zeit zurück. Nun blicken wir mit Vorfreude ins kommende Jahr, denn es gibt viel zu tun. Einige Veranstaltungen sind in Planung, die AG Essbare Stadt wird erneuert und vieles mehr. Neugierig? Beteiligt euch gerne! Wir freuen uns schon, euch zu berichten!

Wir danken all unseren motivierten und tollen Mitgliedern und Unterstützer*innen. Danke an unsere Kooperationspartner*innen und allen Interessierten. Wir wünschen euch besinnliche, schmackhafte Weihnachten sowie Gesundheit und gute Aussichten für das neue Jahr.