Exkursion
KitchenTalk bei den Gohliser Höfen: Eine neue Solidarische Landwirtschaft in den Startlöchern
18. Sep. 2026

KitchenTalk bei den Gohliser Höfen: Eine neue Solidarische Landwirtschaft in den Startlöchern

Beim vierten KitchenTalk besuchten wir die Gohliser Höfe und lernten die Pläne für eine neue Solidarische Landwirtschaft kennen. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob dieses Modell auch für Gastronomie und andere Abnehmer:innen interessant sein kann.

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Bei sonnigem Wetter und frischen Temperaturen trafen wir uns am 15. September zum vierten KitchenTalk bei den Gohliser Höfen am westlichen Rand von Dresden. Das Team der Solawi Gohliser Höfe – unter anderem Jonas Grosche, Jens Günther und Julia Mertens – führte uns über die Betriebe von Ökofranz und dem Biogemüse Hof Gohlis. Wir besichtigten den Hofladen von Ökofranz sowie die Gewächshäuser, Gartenbauflächen, Lager- und Kühlflächen des Biogemüse Hofs Gohlis.

Die beiden Höfe befinden sich aktuell in der Findungsphase zur Gründung einer neuen Solidarischen Landwirtschaft. Diese soll zunächst als Teil-Solawi starten: Ein Teil der Produktion soll künftig solidarisch getragen und verteilt werden, während bestehende Absatzwege – etwa an die Verbrauchergemeinschaft Dresden, Vorwerk Podemus sowie über die Direktvermarktung – weiterhin bestehen bleiben.

Angedacht sind zu Beginn 50 Ernteanteile. Wie genau die Ernte unter diesen Anteilen verteilt wird, befindet sich aktuell noch in der Aushandlung. Besonders an dieser Solawi ist die breite Produktpalette: Neben frischem Gemüse sollen auch Kartoffeln, Kürbisse, bunte Beten, Ölsaaten und Hülsenfrüchte sowie verarbeitete Produkte aus hofeigenen Rohstoffen Teil der Ernteanteile werden.

Denkbar sind zum Beispiel Nudeln aus Dinkel von Ökofranz, Leinöl aus eigenem Leinsamen, Rote-Bete-Aufstrich aus den Beten von Ökofranz sowie Brot, das mit Mehl von Ökofranz durch eine lokale Bäckerei gebacken wird. Auch Obst soll Teil der Solawi werden: Das Obst von Streuobstwiesen der Betriebe und von Privatpersonen in Gohlis soll mit verteilt oder zu Saft gepresst und in dieser haltbaren Form an die Ernteteiler:innen weitergegeben werden.

Bewusst aus der Solawi-Planung herausgenommen werden zunächst einige Produkte: Der grüne Spargel vom Biogemüse Hof Gohlis und die Produkte aus der Mutterkuhhaltung von Ökofranz werden weiterhin an bestehende Abnehmer:innen vertrieben sowie direkt vermarktet. Die Solawi startet damit zunächst mit einer veganen Produktpalette; Änderungen in Zukunft sind jedoch möglich.

Aktuell ist die Solawi in Gründung noch auf der Suche nach den ersten 50 Menschen, die sich einen Ernteanteil sichern möchten – Privatpersonen ebenso wie Betriebe. Beim Rundgang war leider kein Gastronomiebetrieb anwesend, sodass wir mögliche Kooperationen zwischen der Solawi und der Gastronomie noch nicht konkret besprechen konnten. Die nächste Gelegenheit zum Kennenlernen gibt es am 25. September bei der Veranstaltung „Essen verbindet“ im Rahmen des Dear Future Festivals.

Sichtbar wurde auf jeden Fall die bereits bestehende Vernetzung der landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Betriebe mit lebensmittelverarbeitenden Mühlen, Bäckereien, Fleischereien und Ölmühlen in der Region. Ebenso wurde deutlich, wie sehr sich einzelne Betriebe bereits heute untereinander aushelfen, beraten und miteinander kooperieren.

Der nächste KitchenTalk beschäftigt sich mit dem Thema regionale Mehle und findet am 5. Oktober in der Biobäckerei und Konditorei Bucheckchen statt. Hier geht es zur Anmeldung.